Die Grundfahraufgaben der Klassen A1,A2,A

Grundsätzliches:

Grundfahraufgaben dienen dem Nachweis, dass der Bewerber ein Kraftrad der Klasse A1,A2 oder A selbstständig handhaben kann, die Grundbegriffe der Fahrphysik kennt und sie richtig anwenden kann (Fahrzeugbeherrschung). Die Grundfahraufgaben sind in Verkehrsarmen Straßen oder Plätzen, möglichst in der Ebene durchzuführen. Ausweichübungen werden grundsätzlich nur nach links geprüft. Die Vorschriften der StVO sind zu beachten. Der Verkehr ist vor Beginn durch Spiegelbenutzung und Überprüfung des Toten Winkels zu beobachten. Beim Anfahren vom Straßenrand ist der Blinker zu betätigen. Die Grundfahraufgaben sind sitzend durchzuführen. Schutzhelm, Handschuhe, eng anliegende Jacke sowie mindestens knöchelhohes, festes Schuhwerk sind Vorgeschrieben.

Die Grundfahraufgaben Klassen A1,A2 und A sind:

1.Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5×3,5m)

2.Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung (Gefahrbremsung aus 50 km/h)

3.Ausweichen ohne Abbremsen (50 km/h)

4.Ausweichen nach Abbremsen (50 km/h auf 30 km/h)

5.Slalom (4x7m/kurzer Slalom) (30 km/h)

6.Langer Slalom (4x9m,2x7m) (30 km/h)

7.Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus

8.Stop and Go

9.Kreisfahrt (4,5m Halbmesser)

 

Klasse A1,A2 (ohne Vorbesitz) und A:

Die Grundfahraufgaben 1,2,3 und 4 sind immer Bestandteil der Prüfung. Zusätzlich wird bei der Prüfung durch den Prüfer eine Aufgabe von Nummer 5 und 6 sowie eine Aufgabe von Nummer 7, 8 und 9 ausgewählt. Insgesamt sind sechs Grundfahraufgaben durchzuführen.

 

Klasse A2 nach zweijährigem Vorbesitz der Klasse A1, Klasse A nach zweijährigem Vorbesitz der Klasse A2:

Die Grundfahraufgaben 1,2,3 und 4 sind immer Bestandteil der Prüfung.

 

Inhalt der Grundfahraufgaben:

Fahren eines Slaloms mit Schrittgeschwindigkeit (5×3,5m)

-Slalomstrecke mit 6 Leitkegeln im Abstand 3,5m mit Schrittgeschwindigkeit (ca. 5 km/h) unter Beibehalten des Gleichgewichts und richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse zu durchfahren.

Fehlerbewertung:

-Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit

-Auslassen eines Feldes

-Umwerfen eines Leitkegels

-Absetzen eines Fußes auf der Fahrbahn


 

Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung (Gefahrbremsung aus 50 km/h)

-unter gleichzeitiger Benutzung beider Bremsen mit höchstmöglicher Verzögerung (Gefahrbremsung 50 km/h) zum Stillstand zu bringen ohne dass das Kraftrad wesentlich von der Fahrlinie abweicht. Das Blockieren des Hinterrades wird nicht beanstandet.

Fehlerbewertung:

-Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit

-Nichterreichen der notwendigen Verzögerung

-Benutzung nur eines Bremshebels

-Wesentliches Abweichen von der Fahrlinie

-Abwürgen des Motors

 

Ausweichen ohne Abbremsen (50 km/h)

-Beschleunigen auf etwa 50 km/h, vor einer markierten Linie um etwa 1-1,5m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf sie ursprüngliche Fahrlinie zurückzukehren. Das Ausweichen darf frühestens 9m vor der markierten Stelle beginnen.

Fehlerbewertung:

-Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit

-Zu frühes oder nicht ausreichendes Ausweichen

-Bremsen vor Wiedererreichen der Fahrlinie

-Die ursprüngliche Fahrlinie wird nicht annähernd wieder erreicht

-Herunternehmen eines oder beider Füße von den Fußrasten

-Umwerfen des zweiten Leitkegels

Ausweichen nach Abbremsen (50 km/h auf 30 km/h)

-Beschleunigen auf etwa 50 km/h, rechtzeitig kurz abbremsen und nach Lösen der Bremsen mit einer Geschwindigkeit im eigenstabilen Bereich(ca. 30 km/h) vor einer markierten Linie um etwa 1-1,5m nach links ausweichen und, ohne zu bremsen, auf sie ursprüngliche Fahrlinie zurückzukehren. Das Ausweichen darf frühestens 7m vor der markierten Stelle beginnen.

Fehlerbewertung:

-Zu geringe Ausgangsgeschwindigkeit

-Zu frühes oder nicht ausreichendes Ausweichen

-Herumlenken des Kraftrades um die Leitkegel

-Nichtlösen der Bremsen beim Ausweichen oder Bremsen vor Wiedererreichen der Fahrlinie

-Die ursprüngliche Fahrlinie wird nicht annähernd wieder erreicht

-Herunternehmen eines oder beider Füße von den Fußrasten

-Umwerfen des zweiten Leitkegels

Slalom 4x7m Abstand (kurzer Slalom)

-Slalomstrecke (ca. 50m, 5 Leitkegel) mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h durchfahren.

Fehlerbewertung:

-Zu geringe Geschwindigkeit

-Auslassen eines Feldes

-Umwerfen eines Leitkegels

-Berühren der Fahrbahn mit dem Fuß

Langer Slalom

-Slalomstrecke (ca. 80m, 5 Leitkegel 9m Abstand, anschließend 2 Leitkegel 7m Abstand) mit einer Geschwindigkeit von ca. 30 km/h, mit gleichbleibender Geschwindigkeit durchfahren. Die Aufgabe darf nicht im 1.Gang gefahren werden.

Fehlerbewertung:

-Zu geringe Geschwindigkeit

-Auslassen eines Feldes

-Umwerfen eines Leitkegels

-Berühren der Fahrbahn mit dem Fuß

Fahren mit Schrittgeschwindigkeit geradeaus

-Eine Strecke von ca. 25m mit Schrittgeschwindigkeit unter Beibehaltung des Gleichgewichts und mit richtiger Handhabung von Kupplung, Gas und Bremse geradeaus zu fahren.

Fehlerbewertung:

-Überschreiten der Schrittgeschwindigkeit

-Starkes Abweichen von der Geraden (mehr als 30 cm nach links und rechts). Die ersten 5m nach dem Anfahren werden nicht bewertet.

Stop and Go

-Mehrfaches Anhalten und Anfahren, abgestimmtes Betätigen von Gas, Kupplung und Bremse, Füße nur zum Abstützen des Kraftrades im Stand von den Fußrasten nehmen und auf der Fahrbahn absetzen. Dabei soll gezeigt werden, dass die Neigung des Kraftrades bewusst erfolgt, indem zunächst zweimal der eine und dann zweimal der andere Fuß abgesetzt wird. Es kann mit dem linken Fuß oder mit dem rechten Fuß begonnen werden. Die Beobachtung des rückwertigen Verkehrs ist nur beim ersten Anfahren erforderlich. Ein Gangwechsel während der Aufgabe ist nicht erforderlich.

Fehlerbewertung:

-Anfahren im falschen Gang

-Abwürgen des Motors

-Füße nicht auf den Fußrasten, außer zum Abstützen beim Anhalten

Absetzen der Füße nicht wie beschrieben

Kreisfahrt

-Einfahren in einen Kreis (Halbmesser 4,5m), mehrfaches Kreis fahren und Verlassen des Kreises. Die Kreisfahrt kann wahlweise nach links oder rechts verlangt werden. Auf öffentlichen Straßen jedoch nur nach links. Die Geschwindigkeit ist so zu wählen, dass eine Schräglage entsteht. Die Beobachtung des rückwertigen Verkehrs ist nur vor dem ersten Einfahren erforderlich.

Fehlerbewertung:

-Starkes Abweichen vom vorgegebenen Halbmesser

-Starkes Abweichen von der Kreisform

-Fahren im Falschen Gang

-Schräglage ist nicht festzustellen


Bewertung der Grundfahraufgaben:

-Höchstens drei Grundfahraufgaben dürfen je einmal wiederholt werden.

-Die praktische Prüfung ist nicht bestanden, wenn der Bewerber

-die Wiederholung einer Grundfahraufgabe nicht Fehlerfrei ausführt

-den Verkehr ungenügend beobachtet und es dadurch zu einer Gefährdung kommt

-eine Person, ein Fahrzeug oder einen anderen Gegenstand (Leitkegel ausgenommen) anfährt oder

-stürzt